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"Ich habe Über 200 Bewerbungen geschrieben und noch nicht einmal eine Einladung zu einem BewerbungsgesprÄch bekommen..."
Unsere Talk-Show-Landschaft ist voll von solchen Schicksalen - muss dies das Schicksal der Menschen bleiben?
Sorry, nicht dass ich denen nicht glauben will, aber hier ist einiges schief gelaufen. Zu Beginn der Arbeitsuche steht nicht die Bewerbung, sondern zuerst einmal das Bilanzieren der eigenen Fähigkeiten und Fertigkeiten.
Wenn ich dies gemacht habe und mir im klaren bin, wer ich bin und was ich kann - erst dann beginnt der Schritt 2, nämlich das Suchen von offenen Stellen. Wie man dies macht, können Sie unter dem Thema "Verdeckter Arbeitsmarkt" nachlesen - denn die Stellen, die veröffentlicht sind, machen nach Insiderschätzung nur ca. 1/3 der offenen Stellen aus.
Zur Übung empfehlen wir, sich trotzdem um diese veröffentlichten Stellen zu kümmern, mit irgend etwas müssen wir ja mal anfangen...
Vier Begriffe sind hier wichtig zu kennen: Softskills, Hardskills, must haves und nice to haves. Für die, die mit dem Englischen nicht ganz auf der Höhe sind, einige kurze Erklärungen.
Hardskills (ähnlich wie beim Computer die Hardware) ist das Faktische, das Greifbare - also Fähigkeiten und Fertigkeiten, die nachweisbar sind z. B. durch Prüfungszeugnisse.
Softskills (ein anderer Begriff ist Soziale Kompetenz) sind solche, die faktisch nicht nachprüfbar sind - wie zum Beispiel durch Zertifikate - aber doch vorhanden sind. Denken Sie hier beispielsweise an Teamfähigkeit.
Must have sind die Eigenschaften, über die nicht diskutiert wird - sie sind ein Muss. Nice to have meint hier, dass es wertvoll ist, diese Eigenschaft zu haben, aber dass das Fehlen kein KO-Kriterium ist.
Um die Verwirrung komplett zu machen - sowohl Hard- als auch Softskills können must haves oder nice to haves sein.
Sorry für die viele Theorie - aber genau hier werden die meisten Fehler gemacht und die Weichen für eine Absagen gestellt.
Wenn ein Arbeitgeber sich die Mühe macht, die unverzichtbaren Kriterien in der Anzeige explizit aufzuführen, sollten Sie wenigstens die Höflichkeit besitzen, diese bei Ihnen vorhandene Eigenschaft auch anzuführen. Wenn in der Anzeige steht, dass Englisch unbedingt erforderlich ist, um mit den Filialen in Übersee Kontakt zu halten, dann überlassen Sie es nicht der Fantasie des Lesers, in Ihren Unterlagen quer zu lesen, bis er endlich über ein Prüfungszeugnis in Wirtschaftsenglisch stolpert und dadurch erkennt, dass Sie ja die geeignete Person für diese Stelle sind.
Wir wissen, Sie sind zu bescheiden, um mit dieser Eigenschaft "zu protzen", ist ja schließlich nichts besonderes, kann ja heutzutage fast jeder...
Nein, eben nicht. Sonst wäre dies in einer Anzeige nicht extra erwähnt worden.
Damit Sie eine Anregung bekommen, wie ein Stellenangebot analysiert werden sollte, haben wir hier eine Stellenanzeige als Übungsbeispiel abgespeichert.
Als Vorschlag, wie die Analyse hier aussehen könnte, finden Sie hier einen auf diese Anzeige abgestimmte Anzeigencheck als Eigenanalyse einer unserer Kandidatinnen anlässlich eines Bewerbungstrainings.
Ach ja, wenn es Ihnen lieber ist, solche Informationen und Trainings in einer Gruppe zu erarbeiten - setzen Sie sich mit uns in Verbindung. Wir haben Kooperationspartner im ganzen Bundesgebiet, sicherlich auch in Ihrer Nähe.
Wir wünschen Ihnen viel Erfolg!