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Adalbert JablonskiWenn wir die Politiker alle in die Wüste schicken würden, könnten wir mit dem gesparten Geld den Hartz IV-Empfängern ein menschenwürdigeres Leben ermöglichen!?

Im Rahmen eines Vortrags über die Möglichkeiten des Hinzuverdienstes wurde mir vor Kurzem dieser Satz entgegnet. 

Ich will mir nicht anmaßen zu entscheiden, ob der momentane Satz von 374,-- € reicht, um menschenwürdig zu leben aber diese Aussage reizte mich, in einer PC-Anwender-Schulung einfach mal die Kombination zwischen Internet-Recherche und dem Einsatz von MS Excel zu demonstrieren.

Als erstes ist mal interessant, wieviel uns die Politiker so insgesamt kosten, ich konzentrierte mich bei meiner Recherche einfach mal auf die Bundespolitik.

Um auch auf den Vorwurf gefasst zu sein, um wieviel unsere Staats-Verschuldung durch den Wegfall der Politiker als Kostenfaktor verbessert würde suchte ich zuerst einmal nach dieser.

Wikipedia ist der Meinung, unser Schuldenstand war 2009 1.762.200.000.000 € hoch (http://de.wikipedia.org/wiki/Staatsverschuldung), für  Ende 2011 wird der Schuldenstand hier (http://www.staatsverschuldung.de/schuldenuhr.htm) mit 2.074.000.000.000 € angegeben - für die weitere Berechnung nehme ich den niedrigeren Wert an.

Der Deutsche Bundestag hat zurzeit 620 Abgeordnete (http://www.bundestag.de/bundestag/plenum/sitzverteilung.html), Gehalt, Kostenpauschale, Mitarbeiter habe ich wieder mal aus Wikipedia (http://de.wikipedia.org/wiki/Abgeordnetenentsch%C3%A4digung).

Der Rest ist pure Mathematik.

Gehalt
(1)

Kosten-
pauschale
(1)

Mitarbeiter
AG-Brutto
AG-Sozial-
abgaben
monatlich
pro Abge-
ordneten
(1)
monatlich
alle Abge-
ordneten
(620)
jährlich pro
Abgeordneten
(1)
jährlich alle
Abgeordneten
zusammen
(620)
Staatsverschuldung Anteil
der
Politiker
in %
7.960€ 4.029€ 15.053€ 3.161€ 30.203€ 18.725.941€ 362.438€ 224.711.287€ 1.762.200.000.000€ < 0,01 %
Kosten für Hartz IV 44.600.000.000€ 0,5 %

Nein, ich bin nicht der Meinung, dass wir uns in Anbetracht dieser Zahlen das Sparen schenken können, aber ich befürchte, das wird unseren Diskutanten nicht wirklich gefallen!?

 

Adalbert Jablonski

 

Adalbert JablonskiWem nutzt der Mindestlohn?

Am 20.12. veröffentlichten wir unsere Einschätzung über die Höhe eines angemessenen Mindestlohns und siehe da, uns wird Recht gegeben.

http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/mindestlohn-in-der-zeitarbeit-beschlossen/5978630.html?p5978630=all 

Und wem nutzt der Mindestlohn?

Durch die Möglichkeit des Aufstockens letztendlich der Bundesregierung und nicht wirklich dem Arbeitnehmer:

Ab den von uns errechneten 8,48 € (für Zweibrücken) entfällt die Aufstockung durch das Jobcenter (wohlgemerkt nur bei einem Ledigen) - der Nutzen für den Arbeitnehmer ist, dass er sich den Weg zum Jobcenter spart.

Die SPD und die Gewerkschaften, die die Forderung von 8,50 € stellen, sind also nicht wirklich Visionäre, sondern nehmen nur eine zwingend logische Einsparkonsequenz vorweg.

Die Regierung schafft es aber, den Arbeitnehmern diesen Schritt als großen Erfolg für sie zu verkaufen - das nennen wir ein erfolgreiches Marketing!

Adalbert Jablonski

 

Adalbert JablonskiGerade in den Nachrichten gehört?

Für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Zeitarbeitsbranche gilt ab 2012 im Westen ein Stundenlohn von 7,89 €, im Osten von 7,01 €.

Das hört sich doch mal gut an, macht es die Zeitarbeit erst einmal ein bisschen sympathischer...

Ist der Betrag ausreichend?

Eindeutig Nein und diese Antwort resultiert nicht etwa aus Sozialromantik...

Bereits ein Lediger bekäme bei diesem "Mindestlohn" bei einem Vollzeitjob immer noch ca. 45,-- € Aufstockung vom Jobcenter (hängt von der Region und der Miethöhe ab - in München deutlich mehr).

In Zweibrücken in der Pfalz müsste ein Stundenlohn von 8,48 € gezahlt werden, damit der Ledige keine Aufstockung mehr beanspruchen könnte.

Ein Verheirateter mit zwei Kindern (3 und 5) bekäme sogar über 700,-- € Aufstockung, da hat wohl die Tarifautonomie nicht so richtig funktioniert!?

Adalbert Jablonski

 

Adalbert JablonskiVernichten 400 €-Jobs Arbeitsplätze?

Ich treffe eine Aussage und stelle sie infrage?

Ja, in der Tat. In einer Zeit, in der sich vermeintlich alles verschlechtert, wird der Niedergang der Arbeitsplätze gerne auf die 400 €-Jobs geschoben:

Durch die 400 €-Jobs sparen die Arbeitgeber sich reich!

Ob Sie es glauben oder nicht - 400 €-Jobs kosten mehr als reguläre Arbeit.

400 €-Jobs sind "richtige" Beschäftigungsverhältnisse mit allen Rechten und Pflichten, die auch in einem "regulären" Arbeitsverhältnis gelten:

  • Lohnfortzahlung im Krankheitsfall

  • Lohnfortzahlung während des Urlaubs

  • Gleicher Lohn für gleiche Arbeit (sie muss aber auch gleich sein)

  • Weihnachts- und Urlaubsgeld (wenn die Vollzeitkräfte dies auch bekommen)

Mein Arbeitgeber aber sieht das anders

Das ist möglich. Auch mir sind Arbeitgeber bekannt, die ihrer 400 €-Kraft, die immer montags arbeitet, kurzerhand den Arbeitstag auf Dienstag legen, weil Montag gerade ein Feiertag ist - natürlich ohne Bezahlung des Feiertags.

Aber - nur weil es gemacht wird, ist es noch lange nicht rechtmäßig (was den schnell fahrenden Autofahrer und die Falschparker unter uns immer wieder bestätigt wird...)

Jetzt zu der Kostenbetrachtung

regulärer Job 400 €-Job
Stundenlohn (Equal Pay) 11,54 € 11,54 €
Stundenzahl wöchentlich 40 Stunden 8 Stunden
Stundenzahl monatlich 173 Stunden 34,6 Stunden
Bruttogehalt monatlich 2.000,00 € 400,00 €
Lohnnebenkosten des Arbeitgebers
AG-Sozialabgaben
Rentenversicherung 9,800 % 196,00 € 15,00 % 60,00 €
Krankenversicherung 7,300 % 146,00 € 13,00 % 52,00 €
Umlage U1 (Krankheit) 1,700 % 34,00 € 0,70 % 2,80 €
Umlage U2 (Schwangerschaft) 0,300 % 6,00 € 0,14 % 0,56 €
Umlage U3 (Insolvenz) 0,040 % 0,80 € -
Pflegeversicherung 0,975 % 19,50 € -
Arbeitslosenversicherung 1,500 % 30,00 € -
pauschale Steuer (400 €-Job) - 2,00 % 8,00 €
Berufsgenossenschaft ca. 20,00 € 5,00 €
Gesamt 2.452,30 € 528,36 €
AG-Kosten pro Stunde 14,29 € 15,27 €
400 € kostet mehr + 6,86 %
regulär könnte sparen - 6,42 %  

Wenn wir also annehmen, dass ein Arbeitgeber Ihre Arbeitskraft tatsächlich 173 Stunden im Monat benötigt, dann ist die 400 €-Kraft als Mittel der Kostenersparnis garantiert nicht die Lösung!

Übrigens - ich behaupte mal: Das ist den meisten Chefs gar nicht so bewusst...

Adalbert Jablonski

 

Hitparade der Krankheitsfälle

ajopenbc

 

 

So schreibt die Rheinpfalz am Dienstag, dem 13.09.2011:

"Arbeitnehmer aus Freiburg sind im Vergleich zu Kollegen in anderen deutschen Städten am wenigsten krank."

 

durchschnittlich Tage
Gelsenkirchen 23,6
Herne 23,0
Bochum 22,1
Ludwigshafen a. R. 21,3
Wuppertal 21,2
Duisburg 21,1
Oberhausen 20,4
Essen 20,3
Dortmund 20,0
Mannheim 19,9
Saarbrücken 19,1
Mainz 17,9
Karlsruhe 17,0
Dresden 15,4
München 15,0
Freiburg 14,6

 

Der Bericht basiert auf einer Veröffentlichung von Men´s Health -

http://www.menshealth.de/health/allgemeine-gesundheit/kraenkelnde-gelsenkirchener.198860.htm

Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 13. September 2011 um 10:10 Uhr
 


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