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Adalbert JablonskiWem nutzt der Mindestlohn?

Am 20.12. veröffentlichten wir unsere Einschätzung über die Höhe eines angemessenen Mindestlohns und siehe da, uns wird Recht gegeben.

http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/mindestlohn-in-der-zeitarbeit-beschlossen/5978630.html?p5978630=all 

Und wem nutzt der Mindestlohn?

Durch die Möglichkeit des Aufstockens letztendlich der Bundesregierung und nicht wirklich dem Arbeitnehmer:

Ab den von uns errechneten 8,48 € (für Zweibrücken) entfällt die Aufstockung durch das Jobcenter (wohlgemerkt nur bei einem Ledigen) - der Nutzen für den Arbeitnehmer ist, dass er sich den Weg zum Jobcenter spart.

Die SPD und die Gewerkschaften, die die Forderung von 8,50 € stellen, sind also nicht wirklich Visionäre, sondern nehmen nur eine zwingend logische Einsparkonsequenz vorweg.

Die Regierung schafft es aber, den Arbeitnehmern diesen Schritt als großen Erfolg für sie zu verkaufen - das nennen wir ein erfolgreiches Marketing!

Adalbert Jablonski

 

Adalbert JablonskiGerade in den Nachrichten gehört?

Für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Zeitarbeitsbranche gilt ab 2012 im Westen ein Stundenlohn von 7,89 €, im Osten von 7,01 €.

Das hört sich doch mal gut an, macht es die Zeitarbeit erst einmal ein bisschen sympathischer...

Ist der Betrag ausreichend?

Eindeutig Nein und diese Antwort resultiert nicht etwa aus Sozialromantik...

Bereits ein Lediger bekäme bei diesem "Mindestlohn" bei einem Vollzeitjob immer noch ca. 45,-- € Aufstockung vom Jobcenter (hängt von der Region und der Miethöhe ab - in München deutlich mehr).

In Zweibrücken in der Pfalz müsste ein Stundenlohn von 8,48 € gezahlt werden, damit der Ledige keine Aufstockung mehr beanspruchen könnte.

Ein Verheirateter mit zwei Kindern (3 und 5) bekäme sogar über 700,-- € Aufstockung, da hat wohl die Tarifautonomie nicht so richtig funktioniert!?

Adalbert Jablonski

 

Adalbert JablonskiVernichten 400 €-Jobs Arbeitsplätze?

Ich treffe eine Aussage und stelle sie infrage?

Ja, in der Tat. In einer Zeit, in der sich vermeintlich alles verschlechtert, wird der Niedergang der Arbeitsplätze gerne auf die 400 €-Jobs geschoben:

Durch die 400 €-Jobs sparen die Arbeitgeber sich reich!

Ob Sie es glauben oder nicht - 400 €-Jobs kosten mehr als reguläre Arbeit.

400 €-Jobs sind "richtige" Beschäftigungsverhältnisse mit allen Rechten und Pflichten, die auch in einem "regulären" Arbeitsverhältnis gelten:

  • Lohnfortzahlung im Krankheitsfall

  • Lohnfortzahlung während des Urlaubs

  • Gleicher Lohn für gleiche Arbeit (sie muss aber auch gleich sein)

  • Weihnachts- und Urlaubsgeld (wenn die Vollzeitkräfte dies auch bekommen)

Mein Arbeitgeber aber sieht das anders

Das ist möglich. Auch mir sind Arbeitgeber bekannt, die ihrer 400 €-Kraft, die immer montags arbeitet, kurzerhand den Arbeitstag auf Dienstag legen, weil Montag gerade ein Feiertag ist - natürlich ohne Bezahlung des Feiertags.

Aber - nur weil es gemacht wird, ist es noch lange nicht rechtmäßig (was den schnell fahrenden Autofahrer und die Falschparker unter uns immer wieder bestätigt wird...)

Jetzt zu der Kostenbetrachtung

regulärer Job 400 €-Job
Stundenlohn (Equal Pay) 11,54 € 11,54 €
Stundenzahl wöchentlich 40 Stunden 8 Stunden
Stundenzahl monatlich 173 Stunden 34,6 Stunden
Bruttogehalt monatlich 2.000,00 € 400,00 €
Lohnnebenkosten des Arbeitgebers
AG-Sozialabgaben
Rentenversicherung 9,800 % 196,00 € 15,00 % 60,00 €
Krankenversicherung 7,300 % 146,00 € 13,00 % 52,00 €
Umlage U1 (Krankheit) 1,700 % 34,00 € 0,70 % 2,80 €
Umlage U2 (Schwangerschaft) 0,300 % 6,00 € 0,14 % 0,56 €
Umlage U3 (Insolvenz) 0,040 % 0,80 € -
Pflegeversicherung 0,975 % 19,50 € -
Arbeitslosenversicherung 1,500 % 30,00 € -
pauschale Steuer (400 €-Job) - 2,00 % 8,00 €
Berufsgenossenschaft ca. 20,00 € 5,00 €
Gesamt 2.452,30 € 528,36 €
AG-Kosten pro Stunde 14,29 € 15,27 €
400 € kostet mehr + 6,86 %
regulär könnte sparen - 6,42 %  

Wenn wir also annehmen, dass ein Arbeitgeber Ihre Arbeitskraft tatsächlich 173 Stunden im Monat benötigt, dann ist die 400 €-Kraft als Mittel der Kostenersparnis garantiert nicht die Lösung!

Übrigens - ich behaupte mal: Das ist den meisten Chefs gar nicht so bewusst...

Adalbert Jablonski

 

Hitparade der Krankheitsfälle

ajopenbc

 

 

So schreibt die Rheinpfalz am Dienstag, dem 13.09.2011:

"Arbeitnehmer aus Freiburg sind im Vergleich zu Kollegen in anderen deutschen Städten am wenigsten krank."

 

durchschnittlich Tage
Gelsenkirchen 23,6
Herne 23,0
Bochum 22,1
Ludwigshafen a. R. 21,3
Wuppertal 21,2
Duisburg 21,1
Oberhausen 20,4
Essen 20,3
Dortmund 20,0
Mannheim 19,9
Saarbrücken 19,1
Mainz 17,9
Karlsruhe 17,0
Dresden 15,4
München 15,0
Freiburg 14,6

 

Der Bericht basiert auf einer Veröffentlichung von Men´s Health -

http://www.menshealth.de/health/allgemeine-gesundheit/kraenkelnde-gelsenkirchener.198860.htm

Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 13. September 2011 um 10:10 Uhr
 

Adalbert Jablonski

Ich bin kein Freund der 400-Euro-Jobs!

Und trotzdem gewinne ich dem Ganzen etwas Positives ab?

Ja, in der Tat. Den Ausverkauf der regulären Arbeitsbeschäftigungen hin zu 400-Euro-Jobs kann ich nicht wirklich gut finden. Und erst Recht nicht, wenn damit die Planungssicherheit von Familien auf der Strecke bleibt.

Andererseits ist es für viele Langzeitarbeitslose ein guter Weg, wieder im Berufsleben Fuß zu fassen und seinem Arbeitgeber zu zeigen, dass er sich auf sie verlassen kann.

Der 400-Euro-Job hat aber einige gravierenden Nachteile:
 

 

Für den Arbeitgeber:

Einschränkung der Dispositionsfreiheit

Da alle gleichen Beschäftigungsverhältnisse auch gleichwertig honoriert werden müssen, ist die Arbeitszeit, die mir der Mitarbeiter zur Verfügung stehen kann, begrenzt. Ist in meiner Branche der übliche Lohn 8 Euro, dann darf mein Mitarbeiter demzufolge maximal 50 Stunden im Monat arbeiten - ändert sich aufgrund von Tarifverhandlungen der Lohn, bekommt mein Mitarbeiter nicht mehr Geld, sondern weniger Stunden.

Gibt es 13 Monatsgehalt oder Urlaubsgeld, dann muss das - gleiche Bezahlung - auch meine 400-Euro-Kraft bekommen, also - auf den Monat umgelegt - reduziert dies die Arbeitszeit auch noch einmal. Damit erklärt sich z. B., warum in verschiedenen Branchen die 400-Euro-Kraft nur ca. 350 Euro monatlich verdient...

Da die 400 Euro nicht überschritten werden dürfen (die Ausnahmen kann man getrost vernachlässigen), bedeutet dies für einen verantwortlich denkenden Unternehmer: Klare Order an die Schichtführer, den Mitarbeiter nach Erreichen der ominösen 400-Euro-Stunden-Zahl unverzüglich nach hause zu schicken, selbst wenn die "Halle brennt".

Für den Arbeitnehmer:

Nur geringen Nutzen

Ihm nützt es überhaupt nichts, wenn eine Gehaltserhöhung kommt, es bringt ihm nur mehr Freizeit - obwohl ihm mehr Geld lieber wäre.

Viele Menschen arbeiten schon Jahrzehnte in geringfügigen Jobs und haben somit die Altersarmut begründet: Trotz regelmäßigem Arbeiten keine anrechenbare Zeiten für die Altersrente und im Falle eines Unfalls möglicherweise keine Ansprüche an den Rententräger, weil der zuerst prüft, ob in den letzten 5 Jahren mindestens 3 versicherungspflichtige Jahre waren.

In den häufigsten Fällen führt eine Veränderung noch nicht einmal zu einer Reduzierung des monatlich zur Verfügung stehenden Geldes.

Für den Arbeitsvermittler:

Keine Honorierung, also auch keine Unterstützung bei der Jobsuche

Der Arbeitsvermittler kennt viele offene Stellen im Bereich der geringfügigen Beschäftigung, kümmert sich aber nicht um sie, weil hier weder der Arbeitgeber - und schon gar nicht der Arbeitnehmer - für die Leistung bezahlt.

Aber genau der kann den Knoten lösen!

Er kennt die gesetzlichen Bestimmungen und versteht es, dem Arbeitgeber und dem Arbeitnehmer aus diesem Dilemma heraus zu helfen:

  • Dem Arbeitgeber

indem er ihm die Dispositionsfreiheit zurück gibt und gleichzeitig dafür sorgt, dass dieser Monat für Monat rund 40 Euro sparen wird, wenn er die Stundenzahl beibehält, gleichzeitig aber gesetzlich zulässig die Stunden im Bedarfsfall erhöht (nach Absprache mit seinem Mitarbeiter) und damit auf Spitzen reagieren kann

  • Dem Arbeitnehmer

weil der durch diese Beratung in Spitzenzeiten mehr verdienen kann, aber auch wenn er nur die Stundenzahl wie bisher arbeitet, in die sozialen Sicherungssysteme einzahlt und Ansprüche erwirbt

  • und sich selbst

weil er seine Tätigkeit (gute Argumentation vorausgesetzt) von den Arbeitsagenturen bzw. Jobcentern honoriert bekommt.

Ob Ihr Privater Arbeitsvermitler dieses Instrument beherrscht?

Selbstverständlich - sonst suchen Sie doch gerade einen aus unserer Datenbank, oder schreiben Sie mich an - ich kümmere mich dann um die richtige Verbindung.

 

Einen schönen Tag noch

 

Adalbert Jablonski

 


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