Gerade in den Nachrichten gehört?
Für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Zeitarbeitsbranche gilt ab 2012 im Westen ein Stundenlohn von 7,89 €, im Osten von 7,01 €.
Das hört sich doch mal gut an, macht es die Zeitarbeit erst einmal ein bisschen sympathischer...
Ist der Betrag ausreichend?
Eindeutig Nein und diese Antwort resultiert nicht etwa aus Sozialromantik...
Bereits ein Lediger bekäme bei diesem "Mindestlohn" bei einem Vollzeitjob immer noch ca. 45,-- € Aufstockung vom Jobcenter (hängt von der Region und der Miethöhe ab - in München deutlich mehr).
In Zweibrücken in der Pfalz müsste ein Stundenlohn von 8,48 € gezahlt werden, damit der Ledige keine Aufstockung mehr beanspruchen könnte.
Ein Verheirateter mit zwei Kindern (3 und 5) bekäme sogar über 700,-- € Aufstockung, da hat wohl die Tarifautonomie nicht so richtig funktioniert!?
Adalbert Jablonski
Vernichten 400 €-Jobs Arbeitsplätze?
Ich treffe eine Aussage und stelle sie infrage?
Ja, in der Tat. In einer Zeit, in der sich vermeintlich alles verschlechtert, wird der Niedergang der Arbeitsplätze gerne auf die 400 €-Jobs geschoben:
Durch die 400 €-Jobs sparen die Arbeitgeber sich reich!
Ob Sie es glauben oder nicht - 400 €-Jobs kosten mehr als reguläre Arbeit.
400 €-Jobs sind "richtige" Beschäftigungsverhältnisse mit allen Rechten und Pflichten, die auch in einem "regulären" Arbeitsverhältnis gelten:
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Lohnfortzahlung im Krankheitsfall
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Lohnfortzahlung während des Urlaubs
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Gleicher Lohn für gleiche Arbeit (sie muss aber auch gleich sein)
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Weihnachts- und Urlaubsgeld (wenn die Vollzeitkräfte dies auch bekommen)
Mein Arbeitgeber aber sieht das anders
Das ist möglich. Auch mir sind Arbeitgeber bekannt, die ihrer 400 €-Kraft, die immer montags arbeitet, kurzerhand den Arbeitstag auf Dienstag legen, weil Montag gerade ein Feiertag ist - natürlich ohne Bezahlung des Feiertags.
Aber - nur weil es gemacht wird, ist es noch lange nicht rechtmäßig (was den schnell fahrenden Autofahrer und die Falschparker unter uns immer wieder bestätigt wird...)
Jetzt zu der Kostenbetrachtung
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regulärer Job |
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400 €-Job |
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| Stundenlohn (Equal Pay) |
11,54 € |
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11,54 € |
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| Stundenzahl |
wöchentlich |
40 Stunden |
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8 Stunden |
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| Stundenzahl |
monatlich |
173 Stunden |
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34,6 Stunden |
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| Bruttogehalt |
monatlich |
2.000,00 € |
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400,00 € |
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Lohnnebenkosten des Arbeitgebers AG-Sozialabgaben |
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| Rentenversicherung |
9,800 % |
196,00 € |
15,00 % |
60,00 € |
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| Krankenversicherung |
7,300 % |
146,00 € |
13,00 % |
52,00 € |
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| Umlage U1 (Krankheit) |
1,700 % |
34,00 € |
0,70 % |
2,80 € |
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| Umlage U2 (Schwangerschaft) |
0,300 % |
6,00 € |
0,14 % |
0,56 € |
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| Umlage U3 (Insolvenz) |
0,040 % |
0,80 € |
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- |
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| Pflegeversicherung |
0,975 % |
19,50 € |
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- |
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| Arbeitslosenversicherung |
1,500 % |
30,00 € |
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- |
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| pauschale Steuer (400 €-Job) |
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- |
2,00 % |
8,00 € |
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| Berufsgenossenschaft ca. |
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20,00 € |
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5,00 € |
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| Gesamt |
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2.452,30 € |
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528,36 € |
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| AG-Kosten pro Stunde |
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14,29 € |
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15,27 € |
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| 400 € kostet mehr |
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+ 6,86 % |
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| regulär könnte sparen |
- 6,42 % |
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Wenn wir also annehmen, dass ein Arbeitgeber Ihre Arbeitskraft tatsächlich 173 Stunden im Monat benötigt, dann ist die 400 €-Kraft als Mittel der Kostenersparnis garantiert nicht die Lösung!
Übrigens - ich behaupte mal: Das ist den meisten Chefs gar nicht so bewusst...
Adalbert Jablonski
Hitparade der Krankheitsfälle
Dienstag, den 13. September 2011 um 00:00 Uhr
Adalbert Jablonski

So schreibt die Rheinpfalz am Dienstag, dem 13.09.2011:
"Arbeitnehmer aus Freiburg sind im Vergleich zu Kollegen in anderen deutschen Städten am wenigsten krank."
| durchschnittlich |
Tage |
| Gelsenkirchen |
23,6 |
| Herne |
23,0 |
| Bochum |
22,1 |
| Ludwigshafen a. R. |
21,3 |
| Wuppertal |
21,2 |
| Duisburg |
21,1 |
| Oberhausen |
20,4 |
| Essen |
20,3 |
| Dortmund |
20,0 |
| Mannheim |
19,9 |
| Saarbrücken |
19,1 |
| Mainz |
17,9 |
| Karlsruhe |
17,0 |
| Dresden |
15,4 |
| München |
15,0 |
| Freiburg |
14,6 |
Der Bericht basiert auf einer Veröffentlichung von Men´s Health -
http://www.menshealth.de/health/allgemeine-gesundheit/kraenkelnde-gelsenkirchener.198860.htm
Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 13. September 2011 um 10:10 Uhr

Ich bin kein Freund der 400-Euro-Jobs!
Und trotzdem gewinne ich dem Ganzen etwas Positives ab?
Ja, in der Tat. Den Ausverkauf der regulären Arbeitsbeschäftigungen hin zu 400-Euro-Jobs kann ich nicht wirklich gut finden. Und erst Recht nicht, wenn damit die Planungssicherheit von Familien auf der Strecke bleibt.
Andererseits ist es für viele Langzeitarbeitslose ein guter Weg, wieder im Berufsleben Fuß zu fassen und seinem Arbeitgeber zu zeigen, dass er sich auf sie verlassen kann.
Der 400-Euro-Job hat aber einige gravierenden Nachteile:
Für den Arbeitgeber:
Einschränkung der Dispositionsfreiheit
Da alle gleichen Beschäftigungsverhältnisse auch gleichwertig honoriert werden müssen, ist die Arbeitszeit, die mir der Mitarbeiter zur Verfügung stehen kann, begrenzt. Ist in meiner Branche der übliche Lohn 8 Euro, dann darf mein Mitarbeiter demzufolge maximal 50 Stunden im Monat arbeiten - ändert sich aufgrund von Tarifverhandlungen der Lohn, bekommt mein Mitarbeiter nicht mehr Geld, sondern weniger Stunden.
Gibt es 13 Monatsgehalt oder Urlaubsgeld, dann muss das - gleiche Bezahlung - auch meine 400-Euro-Kraft bekommen, also - auf den Monat umgelegt - reduziert dies die Arbeitszeit auch noch einmal. Damit erklärt sich z. B., warum in verschiedenen Branchen die 400-Euro-Kraft nur ca. 350 Euro monatlich verdient...
Da die 400 Euro nicht überschritten werden dürfen (die Ausnahmen kann man getrost vernachlässigen), bedeutet dies für einen verantwortlich denkenden Unternehmer: Klare Order an die Schichtführer, den Mitarbeiter nach Erreichen der ominösen 400-Euro-Stunden-Zahl unverzüglich nach hause zu schicken, selbst wenn die "Halle brennt".
Für den Arbeitnehmer:
Nur geringen Nutzen
Ihm nützt es überhaupt nichts, wenn eine Gehaltserhöhung kommt, es bringt ihm nur mehr Freizeit - obwohl ihm mehr Geld lieber wäre.
Viele Menschen arbeiten schon Jahrzehnte in geringfügigen Jobs und haben somit die Altersarmut begründet: Trotz regelmäßigem Arbeiten keine anrechenbare Zeiten für die Altersrente und im Falle eines Unfalls möglicherweise keine Ansprüche an den Rententräger, weil der zuerst prüft, ob in den letzten 5 Jahren mindestens 3 versicherungspflichtige Jahre waren.
In den häufigsten Fällen führt eine Veränderung noch nicht einmal zu einer Reduzierung des monatlich zur Verfügung stehenden Geldes.
Für den Arbeitsvermittler:
Keine Honorierung, also auch keine Unterstützung bei der Jobsuche
Der Arbeitsvermittler kennt viele offene Stellen im Bereich der geringfügigen Beschäftigung, kümmert sich aber nicht um sie, weil hier weder der Arbeitgeber - und schon gar nicht der Arbeitnehmer - für die Leistung bezahlt.
Aber genau der kann den Knoten lösen!
Er kennt die gesetzlichen Bestimmungen und versteht es, dem Arbeitgeber und dem Arbeitnehmer aus diesem Dilemma heraus zu helfen:
indem er ihm die Dispositionsfreiheit zurück gibt und gleichzeitig dafür sorgt, dass dieser Monat für Monat rund 40 Euro sparen wird, wenn er die Stundenzahl beibehält, gleichzeitig aber gesetzlich zulässig die Stunden im Bedarfsfall erhöht (nach Absprache mit seinem Mitarbeiter) und damit auf Spitzen reagieren kann
weil der durch diese Beratung in Spitzenzeiten mehr verdienen kann, aber auch wenn er nur die Stundenzahl wie bisher arbeitet, in die sozialen Sicherungssysteme einzahlt und Ansprüche erwirbt
weil er seine Tätigkeit (gute Argumentation vorausgesetzt) von den Arbeitsagenturen bzw. Jobcentern honoriert bekommt.
Ob Ihr Privater Arbeitsvermitler dieses Instrument beherrscht?
Selbstverständlich - sonst suchen Sie doch gerade einen aus unserer Datenbank, oder schreiben Sie mich an - ich kümmere mich dann um die richtige Verbindung.
Einen schönen Tag noch
Adalbert Jablonski
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